Marvin Knopf – Zustandsgebundene Malerei

Endlich wieder eine Ausstellung des Kulturvereins: Marvin Knopf

Er ist ein junger Künstler aus Osnabrück, Gewinner des Kunstpreises Osnabrück 2020. Im letzten Jahr war er DaunTown-Atelier-Stipendiat, inzwischen hat er einen der acht festen Atelierplätze in DaunTown inne.

Job Schräder konnte Marvin Knopf zu einem neuen Termin für die Ausstellungseröffnung bewegen, nachdem wegen Corona der ursprüngliche Termin nicht eingehalten werden konnte. So war am Sonntag, dem 27.2.2022 zu gwohnter Tageszeit in der Rathausgalerie in Borgholzhausen die Vernisage. Astrid Schütze, Vorsitzende des Kulturvereins, sprach die Begrüßungsworte und Beate Freier-Bongaertz – selbst DaunTown Künstlerin – führte in das Werk ein. Gut zwei Dutzend Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, endlich wieder einer Ausstellungseröffnung beizuwohnen.

Ausstellung ist bis zum Di. 22.03.2022 verlängert worden!

Der innere Zustand findet intuitiv seinen Ausdruck in der kreativen Gestaltung des Kunstwerkes. In großen Gesten, kleinen Kritzeleien, abwechselnd, überlagernd wird das Befinden des Künstlers in abstrakter Weise umgesetzt. Ursprünglich stammt der Begriff “Zustandsgebundene Malerei” aus der Psychiatrie. Marvin Knopf hat ihn zum Thema seiner Ausstellung gemacht. Die Vorbereitung ist wichtig, da keine Korrektur möglich ist: die Wahl des Untergrundes – hier echtes Leinen ohne Grundierung, der Malmittel – Öl, Acryl, Kreide oder ihre Kombination, des Auftragens – Pinsel, Spachtel, Sprühdose oder direkt aus dem Farbbehälter. Es finden sich Papierfetzen aus Illustrierten. Sie haben gleichen Stellenwert wie Farbe und Linie. Auffallend ist die breite Palette dessen, was allein in einer Arbeit verwendet wird.

Die Ergebnisse der Arbeiten sind Momentaufnahmen ohne thematischen Hintergrund. Entweder haben sie keinen Titel oder wenn, kann er poetisch sein wie “Kommt ein Pferd in die Bar”, “Es ist, was es ist 4”. Man wird auf eine Fährte gesetzt, die keine ist. Oder sachliche Titel wie “Grid 01” mit keiner wirklichen Aussagekraft außer dass in einem Bereich des Bildes Gitter zu sehen sind. Dann schon eher bei manchen Bildern mit eingeklebten Papierfetzen: “Mars” oder “Hackfleisch gemischt”. Es wird ein Begriff, die sich auf diesen Schnipseln befindet, zu Bildtiteln erhoben. Der Arbeitsprozess verselbständigt sich, Musik läuft während des Malens. Der Betrachter muss sich selbst in das Bild hineinfinden.

Astrid Schütze stellt Parallelen zur informellen Malerei von Kroe her. Sie könnte sich vorstellen, dass beide sich gegenseitig etwas hätten geben können, wären sie sich begegnet. Kroe ist aber 1988 gestorben, Marvin Knopf erst 1994 geboren.

Fotos: Ulf Richter

Presseberichte und weitere Informationen:

Mitgliederausstellung 2021 – Adventskalender

Wieder keine Vernissage, aber…

Die Corona-Pandemie hat uns auch dieses Jahr wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht: Zuerst sollte zum Jahresabschluss wieder eine Vernissage wie in den früheren Jahren stattfinden mit einem kleinen Buffet aus mitgebrachten Leckereien, dann sollte auf die Gaumenfreuden verzichtet werden, nun wurde ganz auf die Eröffnungsveranstaltung verzichtet.

Aber die von sechzehn schaffenden Mitgliedern abgegebenen Arbeiten und die Zusage des Haller Kreisblattes, wie letztes Jahr wieder einen “Kulturellen Adventskalender” zu veröffentlichen (für jeden Künstler ein extra Kalendertag), ist ein erfreulicher Ausgleich. Wir können unsere Arbeiten so der Öffentlichkeit präsentieren, ohne dass man das Rathaus aufsuchen muss.

Die einzelnen Künstler:

Es sind insgesamt 16 Künstler, die ausstellen. Es öffnet sich also nicht jeden Tag eine Tür. Diesmal wird die Reihenfolge durch ihren Namen in alphabetischer Reihenfolge rückwärts ermittelt. Bitte auf das Foto der gewünschten Person klicken, um deren Beitrag zu öffnen:

Da die nächste Ausstellung mit Marvin Knopf wegen der Corona-Pandemie abgesagt ist, verlängern wir die Mitgliederausstellung. Wer von den Ausstellern oder Käufern seine Arbeiten aber früher abholen möchte, wendet sich bitte an Job Schräder (Tel. siehe unter Kontakt). Wir würden gerne die dabei entstehenden Lücken mit anderen Arbeiten auffüllen.

Zusammenstellung:

Alle bisher veröffentlichte Arbeiten (Fotos: Ulf Richter):

Mitgliederausstellung 2021

Die Vernissage zur Mitgliederausstellung ist abbgesagt

Leider müssen wir wegen der negativen Entwicklung in der Corona Pandemie die Vernissage zur Mitgliederausstellung 2021 am 28.11. absagen.

Die Arbeiten werden ausgestellt!

Wir werden aber dennoch die Arbeiten – genauso wie letztes Jahr – in der Rathausgalerie ausstellen. Wir freuen uns also, wenn möglichst viele Mitglieder ihre Arbeiten am Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr ins Rathaus bringen. Auf alle Fälle werden wir die Arbeiten auf unserer Homepage vorstellen und hoffen, dass die Presse uns unterstützt, die Arbeiten möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen.

Spätstück

Das “Spätstück” als “Bruder des bekannten Kulturfrühstücks”

Diese Formulierung hat Anke Wienke für das gemeinsame Treffen geprägt, das am Sonntag, 7.11.21 ab 17 Uhr auf der Deele des Spiekerhofs stattfand und etwa bis 20:30 Uhr dauerte.

Wir freuen uns mit Euch (Mitglieder und ihre Freunde), dass wir endlich wieder einen gemeinsamen Abend bei Wasser, Wein, Bier und Leckereien verbringen konnten. Die Leckereien stammten von Euch und schmeckten köstlich. Es galten die 3 G-Regeln mit Nachweis.

Es gab Klaviermusik von Jojo, Britta Schräders Vater. Die Klarinettisten Réka Hercz und Pierre-Yves Locher konnten wegen Corona nicht spielen. Sie werden es bei der nächsten Gelegenheit nachholen.

Blick zum Spiekerhof (Foto Ulf Richter)

Wir danken herzlich Britta und Jens Schräder dafür, dass sie uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellten.

Zusammen auf der Deele – Fotos: Job Schräder

Jahreshauptversammlung 2020/21

An die Mitglieder des Kulturvereins Borgholzhausen:

Wir laden Euch/Sie zu der lange ausstehenden Jahreshauptversammlung ein. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele von Ihnen/Euch am 28.10. ab 19 Uhr bei Hagemeyer-Singernstroth dabei sein werden! Neben den üblichen Tagesordnungspunkten stehen Wahlen an. Der amtierende Vorstand hat sich bereit erklärt, für weitere zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. Aber natürlich sind weitere Mitglieder, die kandidieren möchten, herzlich willkommen. Außerdem wird es um eine Aktualisierung der Vereinssatzung gehen. Unser Vereinsmitglied Jürgen Upmeyer hat sich als Jurist unserer Satzung angenommen, hat diese rechtlich auf den neuen Stand gebracht und wird die Änderungen erläutern.

(aus der schriftlichen Einladung)

Chagall und die Bibel

Ausstellung der berühmten Bibel-Lithographien von Marc Chagall in Borgholzhausen

Was das Musée National Marc Chagall in Nizza kann, kann der Kulturverein Borgholzhausen e.V. schon lange: Die 41 herrlichen Lithographien aus den beiden Chagall-Bibelzyklen, die dort in Schauvitrinen zur Ansicht geboten werden, kann der Kulturverein Borgholzhausen in der Rathausgalerie seinen Besuchern präsentieren.

Die Austellungseröffnung war am Sonntag, dem 3.10.2021 zu gewohnter Zeit um 11:15 Uhr Coronabedingt mussten die 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) eingehalten werden. Wir denken, dass nach der langen Ausstellungspause wieder mit Regelmäßigkeit Ausstellungen aufeinander folgen können und der Begriff “gewohnte Zeit” wieder seiner Bedeutung gerecht wird.

Birgit Schröter begrüßte als stellvertretende Bürgermeisterin von Borgholzhausen alle Anwesenden und drückte ihre Freude aus, dass nach der langen Pause jetzt wieder Ausstellungen möglich sind.

Anschließend begrüßte Astrid Schütze als Vorsitzende des Kulturverein ebenfalls alle Gäste und drückte ihre Freude aus, dass man Lilian Wohnhas vom Museum Peter August Böckstiegel für die Einführung in das Werk Chagalls und in die beiden Chagall-Bibelzyklen gewinnen konnte. Sie wies auch darauf hin, dass auch schon für das nächste Jahr eine Reihe von Ausstellungen fest eingeplant ist und demnächst die Informationen dazu herausgehen.

Lilian Wohnhas äußert sich in ihrer Einführung auch allgemein zu Marc Chagall:

Chagalls Bilder sind zu Ikonen der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts geworden, sie hängen in den großen Museen der Welt von Berlin bis New York. Chagall sagte selbst, seine Kunstwerke seien Ausdruck seines „Seelenzustandes“. Sie sprengen die formale Einheit aus Ort und Zeit und entziehen sich dem Drang der Kunstwissenschaft, sie in Kategorien zu fassen. Seine Bildkompositionen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Kubismus, Surrealismus, Symbolismus, sie greifen Elemente des Impressionismus auf genauso wie des Expressionismus. Allen Motiven wohnt zudem eine, wie er sagte, „Dimension des Psychischen“ inne. Immer bewegen sich die Figuren inmitten traumgleicher Topografien, umgeben von chiffrehaften Symbolen, die sich nur vor dem Hintergrund seiner Biografie entschlüsseln lassen.

Und speziell zu den Lithographien sagt sie:

Bei den Motiven, die in dieser Ausstellung „Chagall und die Bibel“ gezeigt werden, ging es Chagall mehr als um eine bloße Illustration der Bibel. Die Intensität der Situation und sicherlich auch das Nachempfinden des Gezeigten standen für ihn im Vordergrund.

Die Chagall-Bibelzyklen von 1956 und 1960 – Job Schräder schreibt dazu:

Nachdem Marc Chagall 1956 seine Arbeit an der immensen Anzahl von 105 Radierungen für sein berühmtes Bibel-Portfolio beendet hatte, beschloß man, diese Werke als großformatige Reproduktionen auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Sie wurden für die Veröffentlichung in der sog. “Verve-Bibel” (1956) als Heliogravüren aufwändig gedruckt. Um diesen “La Bible”-Band jedoch nicht zu einem schweren (er wiegt immerhin 2 kg) sondern auch wertvollen Druckwerk zu machen, krönte ihn Mark Chagall mit insgesamt 17 Original-Farblithographien (plus eine weitere für den Bucheinband), die er eigens dafür anfertigte. Doch damit nicht genug. Für 12 der Farblithographien erstellte Chagall zusätzlich kleine Zeichnungen, die als einfarbig schwarze Lithographien deren Rückseiten zieren. Sämtliche 30 Werke sind Original-Lithographien und somit im maßgeblichen Werkverzeichnis zu Chagalls lithographischem Oeuvre aufgeführt.

Die Beschäftigung mit biblischen Themen ließ Mark Chagall auch in den Folgejahren nicht los. 1958 und 1959 arbeitete er an weiteren 96 biblische Motiven, diesmal nicht als Radierungen, sondern als Zeichnungen und Gemälde. Sie wurden erstmalig-wieder als Heliogravüren für den zweiten Bibelband “Verve Bibel II” gedruckt. Auch hierfür zeichnete Chagall Original-Lithographien auf die Lithosteine, die dem Band beigegeben wurden: 24 farbige Motive (plus eine weitere für den Bucheinband) sowie 23 einfarbig schwarze lllustrationen für die Rückseiten der Blätter. Und selbverständlich sind auch diese Original-Steindrucke (Lithographien) im Werkverzeichnis katalogisiert.

Zusammen hinterläßt uns Chagall mit den beiden Bibeln 41 bewegende und inspirierende Originalgrafiken zu den wichtigsten Gestalten und Kapiteln des Alten Testaments sowie der Schöpfungsgeschichte. Damit zählen die Bibelillustrationen zu den bedeutendsten Werken Chagalls im Oeuvre seiner Druckgrafik. Die Auflage der beiden Bände war für damalige Verhältnisse relativ hoch (6500 Exemplare), sodaß man auch heute noch mit etwas Glück ein Exemplar in einem Antiquariat finden kann.

Job Schräder mit dem Druck “Sarah und Abimelech”

Die Original-Lithographien wurden dem Kulturverein von einer befreundeten Galerie kostenlos für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt:

Artistshome e.K. Kunsthandlung für Originalgrafik, Hamburg
Die Inhaberin, Christine Blenner, ist Sachverständige für Europäische Druckgrafik nach 1945 und Mitglied im Deutschen Gutachter- und Sachverständigen Verband (DGuSV e.V.)

Ein Ausstellungskatalog “Mark Chagall – Bilder zur Bibel” von Traudisch-Schröter liegt während der Ausstellung zur Einsicht bereit.

Alle Blätter sind (in kleinen Mengen, einige wenige auch Einzelstücke) für die Besucher, einschl. Auszug aus dem Werkverzeichnis und Echtheitszertifikat, erwerbbar und noch vor Weihnachten lieferbar.

Fotos zur Ausstellung (Ulf Richter)

Presseberichte und weitere Informationen:

Böckstiegel.we

Böckstiegelmuseum in Werther zeigt Werke von Veit Mette

Menschen aus der Gegend konnten sich für Fotoportraits melden. Bei jeder Sitzung wurde mittels eines Beamers ein Böckstiegelwerk auf die Person projiziert und davon ein Foto erstellt. So überschnitten sich jedes Mal zwei Personen, die eine ein von Böckstiegel gemalter “westfälischer Typ”, die andere ein Mensch von Heute, eine bildnerische Verbindung über 100 Jahre reichend.

Das „we“ in Böckstiegel.we steht in erster Linie für das „wir“ der Kunstinteressierten, die sich von Veit Mette haben fotografieren lassen und damit das Werk des Künstlers mit der Gegenwart verbinden.

Blick auf den Garten beim Böckstiegelmuseum (Fotos: Ulf Richter)

Borgholzhausen nicht nur Ideengeber

Vor zwei Jahren gab es in Borgholzhausen eine Veit Mette Ausstellung, bei der Fotografien in Mehrfachbelichtung auf große PVC-Bahnen gedruckt und auf Holzrahmen gespannt wurden. Die Motive stammten aus Borgholzhausen und Umgebung. Die über 2 Meter breiten Bilder standen mehrere Monate im Garten des Schulze Ladencafés und konnten von jedermann betrachtet werden. Diese Technik machte sich Veit Mette für das Böckstiegelmuseum zum Vorbild, die Thematik ist allerdings eine andere.

Für die neue Ausstellung in Werther wurde das eingelagerte Material für Holzrahmen vom Kulturverein zur Verfügung gestellt. Gemeinsam an zwei Tagen wurde alles nach Werther geschafft und dort für die neuen Formate zurechtgeschnitten und aufgebaut.

Die Ausstellung ist in Werther bis zum 12. September zu besichtigen, im Außenbereich jederzeit, im Museumsgebäude zu den Öffnungszeiten mittwochs und sonntags von 12 – 18 Uhr.

Presseberichte und weitere Informationen:

Dreierprogramm auf Burg Ravensberg

Wir freuen uns, dass wir Sie endlich wieder zu einer Veranstaltung einladen konnten. Zusammen mit der Burgstiftung veranstalteten wir am Sonntag, 27. Juni ab 18:30 Uhr auf der Burg Ravensberg ein dreiteiliges Programm in Gruppen:

  • Gartenbesichtigung (wie bei den Tagen der offenen Gartenpforten)
  • Konzert im kleinen Burgtheater mit dem Musiker Willem Schulz aus Melle
  • Besonderes Selbstporträt, aber nicht mit dem Handy.

Es wurden zwei Gruppen gebildet, die eine startete mit dem Konzert, die andere mit der Gartenbesichtigung. Zum Schluss sollten beide Gruppen zusammenkommen zum besonderen Selbstporträt.

Willem Schulz begann sein Konzert im kleinen Burgtheater. Der Situation und Umgebung entsprechend improvisierte er auf dem Cello. Der zweite Improvisationsteil fand im Burgturm statt. Willem Schulz spielte unten vom Grund des Turmes, die Zuschauer blickten und hörten von den Treppenstufen aus, die sich an der Turmmauer innen hochziehen. Die Klänge waren entsprechend der anderen Umgebung völlig unterschiedlich zu denen im Burgtheater. Anschließend ertönten ganz besondere rythmische Klänge. Drei lange, flache, aufeinanderliegende Holzleisten wurden von Willem Schulz in der Mitte haltend heftig aufeinandergeschlagen, wobei er die Art und Weise immer wieder änderte. Der Abschluss fand oben auf der Aussichtsplattform des Turmes statt. In der Mitte stehend und um die eigene Achse drehend spielte er das Cello in waagerechter Lage haltend. Die Zuschauer standen am Geländer den Klängen lauschend, der Drehbewegung folgend und mit weit schweifendem Blick in die Landschaft. Unterschiedlichste musikalische Erlebnisse waren an diesem Abend von Willen Schulz geboten worden.

Willem Schulz spielt sein Cello oben auf dem Turm der Burg Ravensberg

Ulrike Korelski führte die Besucher durch den Burggarten. Die mit Blumen und Kräutern bepflanzten Flächen sind mit Natursteinen aus der Umgebung eingefasst, so dass man problemlos zwischen ihnen durchgehen kann und die Vielfältigkeit aus allen Blickrichtungen bewundern kann.
Sie erzählte auch von dem alten Backhaus, das hier aus der Gegend stammt und wie sie das Brotbacken lernen musste inklusive Befeuern des Ofens.

Das Selbstportät als dritte Veranstaltungsaktion wurde nur bedingt in Anspruch genommen. Es lagen Masken – nicht FFP2-Masken, sondern Karnevalsmasken – und Hüte zur Auswahl bereit. Man konnte sich davon etwas ausssuchen, wurde fotografiert und bekam das Ergebnis als Papierausdruck ausgehändigt.

Manche hatten bereits den Heimweg angetreten, andere hatten es sich schon in der Außengastronomie gemütlich gemacht und warteten auf das Angebot der Stiftung: Es wurden Getränke und Bratwurst serviert.

Bitte Fotos anklicken und Durchblättern (Fotos und Video: Ulf Richter)

Um teilnehmen zu können, hatte man sich telefonisch oder per E-Mail anmelden müssen. Der Eintritt betrug 5€.

Kulturtipps 8 – Freiluftatelier

Die Möglichkeit, Museen und Kunstaustellungen zu besuchen, ist derzeit wegen der Corona-Pandemie immer noch sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Nicht nur deshalb ist es etwas besonderes, Atelier als Schaffensraum und Ausstellungsort in einem unter freiem Himmel besichtigen zu können. Wer bereit zu Spaziergängen ist, sollte in Borgholzhausen die geteerte Serpentinenstrasse (Peter-Eggermont-Straße) Richtung Windrad gehen und aufmerksam den Waldrand beobachten.

Ein umgestalteter Baumstumpf (Foto: Job Schräder)

Dort hat Job Schräder – kunstschaffendes Vorstandsmitglied im Borgholzhausener Kulturverein – das Abholzen von Eschen beobachtet, die an einem Pilz erkrankt sind. Baumstümpfe blieben stehen und erweckten seine Neugier. Auf Nachfrage im Rathaus wurde seine Idee, sie künstlerisch zu gestalten, gerne aufgenommen. Hammer und Stecheisen waren für die Bearbeitung nicht ausreichend, die Kettensäge war als Werkzeug unumgänglich. Damit rückte Job Schräder den Baumstämmen zu Leibe. Es ist keine leichte Arbeit: Kettensäge für ihn ein neues Arbeitsgerät und damit am steilen Abhang arbeiten.

Einige Holzflächen wurden mit Rot, Blau oder Grün eingefärbt. Rechts und links von der Straße sind an drei Stellen so Figuren- und Figurengruppen entstanden. Job Schräder wollte konstruktive Kunst in den Raum des Waldes setzen, es schlich sich aber hier und da Gegenständliches ein, sogar Gesichter sind zu erkennen. So kann sich während des Schaffensprozess aus dem Geplanten durch das Material und das Arbeiten etwas Neues entwickeln, eine spannende Metamorphose.


Verwitterung

In mir
wirst Du Dich nicht finden.
Schau und lächle
mit mir
ins umgebende Grün.
Mein Fundament
wird die Verwitterung
überdauern,
die Moos auf mir wachsen
lässt.
Grüne Haut wird wachsen.
Fragen werden verhallen
nach dem schmerzlosen Tod
irgendwann.

Job Schräder


Job Schräder in Aktion (Fotos und Video: Ulf Richter)

Rathausgalerie ohne Ausstellung

Zuletzt gab es die Mitgliederausstellung – jetzt erst einmal keine neue Ausstellung

Die Mitgliederausstellung hing fast drei Monate in der Rathausgalerie. Am 26. Februar wurden die Arbeiten abgenommen und von den Künstlern abgeholt. Zurückgeblieben sind graue Wände.

Das Recht der grauen Architektur auf ihre Wirkung (Fotos: Ulf Richter)

Die für den 17. Januar geplante Ausstellung des jungen Osnabrücker Künstlers Marvin Knopf war bereits der Pandemie zum Opfer gefallen. Die sich ab dem 28. Februar anschließende Auschwitzausstellung der PAB-Gesamtschule fällt aus, genauso die am 14. März geplante Ausstellung der Bremer Künstlerin Malu Thoeren und die für den 2. Mai geplante Ausstellung mit Helmut Feldmann. Wann und wie es weitergeht, steht derzeit in den Coronasternen. Irgendwann verblassen sie und ein normales Kulturvereinsleben kann sich wieder einstellen. Darauf freuen wir uns.