Die Autoren Gamse Kubaşik und Semiya Şimşek, deren Väter vom Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) ermordet wurden, erzählen ihre Geschichte von Trauer, Demütigung, Verdächtigungen und Freundschaft.

Beide verlieren ihre Väter durch die NSU-Morde (10 Morde in der Zeit von 2000 – 2007), Semiya mit 14 im Jahr 2000 und Gamze mit 20 Jahren im Jahr 2006. Die Polizei verdächtigt zuerst die Familien wegen möglicher Drogengeschäfte oder Kontakte zur Mafia. Die Familien werden immer wieder befragt, obwohl die Polizei keinerelei Anhaltspunkte findet kann. Es findet eine nicht enden wollende Demütigung durch Polizei und Medien statt. Man kommt nie wirklich auf die Idee, im rechtsgerichteten Millieu nach den Tätern zu suchen.
Als die Terrorzelle NSU 2011 durch Selbstenttarnung auffliegt, verspricht die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel lückenlose Aufklärung, was aber nicht eingelöst wird. In dem fünf Jahre dauernden NSU-Prozess in München bleiben viele Fragen offen. Es wird deutlich, dass die Sicherheitsbehörden versagt haben. Ob es Hintermänner gibt, wird nicht wirklich versucht zu klären.
Die beiden Frauen lernen sich in der Zeit kennen und sich gegenseitig zu stützen. Es entsteht eine Freundschaft. Ihr gemeinsamer Schmerz wird zu einer Triebfeder, die Erinnerung an ihre Väter lebendig zu halten. So entsteht auch dieses Buch gegen das Vergessen und eine Kraft, aktiv für eine Zukunft ohne Ausgrenzung zu kämpfen.
Der Bunte Tisch Pium, unterstützt vom Kulturverein Borgholzhausen und der PAB-Gesamtschule Borgholzhausen, lädt zu einer Lesung am 24. April um 18 Uhr in die Aula der PAB-Gesamtschule Borgholzhausen ein. Der Eintritt ist frei.
Gamse Kubaşik und Christine Werner, Autorin und freie Journalistin, die sich immer wieder mit dem Thama NSU beschäftigt hat, werden unter der Moderation von Ali Şirin darüber berichten und aus dem Buch vorlesen. Gamse Kubaşik wird ihre Motiviation und die von Semiya Şimşek zum Ausdruck bringen, die aus dem Schmerz geboren wurden, den sie erfahren mussten.
Weitere Informationen sind bei Deutschlandfunk Kultur zu finden (Die Perspekive der NSU-Opfer)

